US- Serie: Perception

Diesmal möchte ich von einer US-Serie berichten, die mich sehr berührt.

Sie nennt sich „Perception“ – und wäre ich nicht zufällig (gibt es Zufälle??) über eine Kurzinterpretation dazu in meiner Tageszeitung „gestolpert“- ich hätte Einiges an schauspielerischer Vielfältigkeit verpasst.

Die Serie  (läuft auf vox) erzählt von dem Professor für Neuropsychologie Daniel Pierce, der der jungen FBI-Agentin Kate Moretti bei ihren teils sehr exotischen Fällen mit seinem fachlichen Wissen beratend zur Seite steht.

Das Besondere daran: Pierce ist selbst psychisch erkrankt und leidet u.a. unter regelmäßigen Wahnvorstellungen, welche ihn zwar einerseits sehr belasten, andererseits ihm in seiner Arbeit immer wieder sehr hilfreiche Hinweise geben zur Lösung eines Falls.

So pendelt die Serie für mich immer wieder zwischen einem Psychodrama (man leidet mit Pierce emotional richtig mit, besonders, wenn man die schwachen Momente sieht, in denen er sein „Anderssein“ am liebsten wie einen lästigen Mantel abstreifen möchte) und komödischen Elementen (wenn Pierce z.B. mitten in einer FBI-Befragung wieder einmal „Besuch“ bekommt von einer Person, die nur er wahrnimmt und zugleich lebhaft mit ihr in Interaktion tritt).

Mir gefällt an diesem Format, dass hier eindrücklich versucht wird, das Thema der psychischen Erkrankungen aus dem gesellschaftlichen Abseits zu holen. Die Kommunikation zwischen den Hauptakteuren geschieht auf Augenhöhe und eine vermeidliche Schwäche wird plötzlich zu einer ganz großen Stärke. Und man bekommt einen Einblick, wie es Betroffenen gehen könnte- gerade in einer Gesellschaft, in der der Mensch schnell zu „funktionieren“ habe und Emotionen, besonders die negativen, eher weniger gern gesehen werden.

Eine Serie, die mich sehr nachdenklich werden lässt. Und mich dazu einlädt, meine Mitmenschen als Gesamtes wahr zu nehmen.

Googlemania

Soderle. Schon länger juckt es mir in den Fingern, meine Gedankengänge zu manchen Romanen, Sachbüchern, Hörbüchern oder Filmen nieder zu schreiben. Jetzt mache ich es einfach: verkünde hiermit feierlich, dass es ab sofort eine neue Rubrik gibt:

die Rezensionen.

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Seit nunmehr über 15 Jahren bin ich eine fernsehlose Emma. Trotz alledem kann auch ich es mir ab und an nicht verkneifen, mir einen Film anzuschauen. (Unglaublich, aber wahr…)

So verfing sich bei meinem letzten Bibliotheksausflug der Streifen „Prakti.com- die klicken nicht richtig.“ in meinen Fingern.

Er erzählt von Billy (Vince Vaughn) und Nick (Owen Wilson); zwei ca. mittvierzigjährige Top-Verkäufer, die von Jetzt auf Nu plötzlich ihre Jobs verlieren und sich nun plötzlich neu orientieren müssen.

Technisch mit wenig bis null Plan, dafür aber mit jeder Menge schrägen und durchgeknallten Ideen im Gepäck stoßen sie plötzlich auf GOOGLE- und ergattern dort einen Praktikumsplatz. Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war…..

Herrlich und in den kunterbuntesten Farben und Varianten wird der Weltkonzern dargestellt- mit eingebauten Rutschen für die Mitarbeiter, Mobiliar, welches teils an Raumschiff Enterprise erinnert, narzistische Chefs, jede Menge Freaks und Nerds, abstrakte Aufgaben, die die beiden mit ihrem Team- hochintelligenten 20jährigen in existenzieller Krise aufgrund ihres immsen IQs- lösen müssen, um die begehrten Vollzeitjobs zu bekommen. Selbstredend bleiben auch dabei die Probleme nicht aus…

Neben all dem Klamauk hatte der Film dann doch eine tiefere Botschaft- die, dass es nicht immer darauf ankommt, der Erste zu sein.

Sondern Visionen zu haben, Träume- und für diese mit ganzem Herzblut zu kämpfen. Komme, was da wolle!

(Vielleicht freue mich mich deshalb nun auf meinen Gitarrekurs, der morgen startet. Der erste Schritt raus aus der Musikblockade! )

Fazit:

Wer einfach einmal ausbrechen möchte aus dem Alltagstrott- dem kann ich diesen Film nur wärmstens ans Herz legen.