Erschöpft komme ich von einem schnellen Einkauf heim und stelle mein Rad in den Ständer, atme tief aus. Wenn da jetzt jemand wär………denke ich. Doch ich habe den Gedanken noch nicht zuende gedacht, da erblicke ich sie.
Sie, eine kleine, schwarze Katze.
Sie blickt mir direkt in die Augen- so direkt, dass ich eine Gänsehaut bekomme.
Ohne es bewusst zu merken gehe ich in die Hocke, auf Augenhöhe mit ihr. Da schreitet sie zu mir mit leisen, zarten Schrittchen, schmiegt sich sanft an meine Beine. So zerbrechlich wie ein Elfchen wirkt sie.
Unendlich vorsichtig berühre ich ihren Rücken; lasse meine Hand auf ihr ruhen. Sie dankt es mir mit einem leisen Schnurren. Mein Herz macht einen Freudensprung und ich spüre eine Träne der Rührung in mir. Sie scheint es zu spüren; das, was da gerade in mir vor sich geht- und schmiegt sich noch enger an mich.
Lange, lange sitzen wir so zusammen, fast, als kennten wir uns ewig… bis es ihr zu viel wird und sie bei einer Berührung erschrickt, mir einen leichten Kratzer verpasst und sich distanziert.
Sind wir Menschen nicht manchmal auch so?
Wie schnell sind wir versucht, mit Rückzug zu reagieren, wenn wir verletzt werden. Ein Selbstschutzmechanismus.
Und doch haben wir es in der Hand, in wie weit wir uns dem Gegenüber wieder annähern.
Ich bin dankbar für diese tierische und doch so intime Herzensbegegnung.
Endlich liest man sich wieder. Hab dich schon vermisst. Wie gehts dir denn überhaupt und noch viel wichtiger: Was machst du jetzt?
Ja, solch eine Katze kann einem schon die Augen öffnen bzw. unter Umständen auch zum Nachdenken bringen.
Von: Wortman am 10. Juli 2011
um 15:27